Foto: In Memoriam - Thich Nhat Hanh, © INEBNETWORK.ORG - International Network of Engaged Buddhists

 

Im August 2012 begegne ich Thich Nhat Hanh, "Thay" genannt, auf dem buddhistischen Retreat "Körper und Geist sind eins" in Waldbröl. Diese Begegnung verändert mein Leben von Grund auf; an diesem Tag wird mir bewusst, was Achtsamkeit wirklich bedeutet und welch heilsamen Einfluss diese Energie auf uns selbst und die ganze Welt ausüben kann. Thay verkörpert die Achtsamkeit mit der Präsenz, Liebe und Weisheit eines Buddha.

 

Ein paar Monate später erscheint er mir früh morgens im Traum und gibt sich darin als mein geistiger Lehrer zu erkennen. Seine umfangreiche Lehre und Zen-Praxis bestimmen bis heute mein Alltagsleben; ohne sie hätte ich mein Glücklichsein im gegenwärtigen Augenblick nicht gefunden.

 

Die Achtsamkeit ist zu meinem Leben geworden und bringt sich auch in der Musik zum Ausdruck. Mein Lehrer Thay verstarb am 22. Januar 2022; doch in meinem Herzen ist er nach wie vor gegenwärtig und führt seine Mission sogar verstärkt auf geistigem Wege fort; dabei leitet mich Thay im Alltag an und inspiriert mich bei meiner Kunst; und ich fühle und weiß, wenn ich an der frischen Luft Geh-Meditation übe, geht er stets mit, und wir beide genießen atmend und lächelnd all die Wunder der Natur um uns herum.

 

 

 

 

"Ich nehme Zuflucht zum Buddha,

der mir den Weg in diesem Leben zeigt.

 

Ich nehme Zuflucht zum Dharma,

dem Weg des Verstehens und der Liebe.

 

Ich nehme Zuflucht zur Sangha,

der Gemeinschaft, die in Harmonie und Achtsamkeit lebt."*

 

 

 

*Thich Nhat Hanh, "Drei Juwelen im Herzen", © Theseus Verlag.

Foto: Zen Master Thich Nhat Hanh, © Plum Village Community of Engaged Buddhism, Inc.

 

Glücklich im gegenwärtigen Augenblick verweilen

 

"Im Bewusstsein, dass Leben nur im gegenwärtigen Augenblick stattfindet und dass es nur im Hier und Jetzt möglich ist, glücklich zu leben, verpflichten wir uns zu der Übung, jeden Augenblick des täglichen Lebens in tiefer Bewusstheit zu leben. Wir wollen versuchen, uns nicht in Zerstreuungen, im Bedauern über die Vergangenheit oder in Sorgen über die Zukunft zu verlieren. Wir wollen uns in der Gegenwart nicht von Begehrlichkeiten, Ärger oder Eifersucht gefangen nehmen lassen. Wir wollen achtsames Atmen üben, um zu dem zurückzukehren, was im gegenwärtigen Augenblick geschieht. Wir sind entschlossen, die Kunst des achtsamen Lebens zu erlernen, indem wir die wunderbaren , erfrischenden und heilenden Kräfte berühren, die wir in uns und um uns herum vorfinden.

 

Indem wir den Samen der Freude, des Friedens, der Liebe und des Verstehens in uns Nahrung geben, fördern wir den Prozess der Transformation und Heilung in unserem Bewusstsein."

 

Thich Nhat Hanh, "Vierzehn Tore der Achtsamkeit", © Theseus Verlag

 

 

"In Dankbarkeit bringen wir

allen Buddhas und Bodhisattvas

aller Zeiten und Räume

diesen Weihrauch dar.

Möge er so lieblich duften wie die Erde

und ein Spiegel sein unseres achtsamen Strebens, unseres uneingeschränkten Gewahrseins

und der Frucht der Erkenntnis, die langsam reift. Mögen wir Gefährten der Buddhas

und Bodhisattvas werden.

Mögen wir aus der Achtlosigkeit erwachen

und unser wahres Zuhause erkennen."

 

Thich Nhat Hanh, Gatha aus "Klar wie ein stiller Fluss",

© Werner Kristkeitz Verlag.